Wohnsiedlung Aspen in Stuttgart - Botnang

Architekt

Kammerer + Belz, Werner Schliebitz

Baujahr

1963 - 1966

Bauherr

Württemb. Heimstätten GmbH

Bauweise

Reihen-/Kettenhäuser, Punkthochhaus aus Mauerwerk gefertigt

Außenansicht Balkone 2.jpg

Wohnsiedlung Aspen

An einer Waldlichtung am Rande des Stuttgarter Stadtbezirks Botnang, wo einst Kleingärten angesiedelt waren, entstand eine einzigartige geschlossene Wohnsiedlung. Aspen, eine Siedlung umringt von Grün, durchlüftet von frischer Waldluft. Ein ungewöhnlich ruhiger, angenehmer Platz. Das Baufeld befindet sich am Nordhang und ermöglicht einen atemberaubenden Blick über das Botnanger Tal. Der bewusste Umgang mit der Topografie beeinflusst die Bauweise. So stufen sich die Reihen- und Kettenhäuser versetzt angeordnet den Hang hinunter. Dieser Versatz verstärkt nicht nur den weitläufigen Blick aus dem Gebäude heraus, vielmehr schaffen die Vor- und Rücksprünge individuelle Räume mit einem hohen Grad an Privatheit sowohl im Innen- als auch im Außenraum. Die Dichte der anliegenden Häuser ist infolgedessen kaum spürbar. Die breiten Fensterfronten, Balkone und Loggien schaffen eine ansprechende Verbindung von Innen und Außen.
So sehr die Struktur und Konzeption der Siedlung von außen ersichtlich erscheint, so sehr war es auch ein Teil des architektonischen Gesamtkonzepts die Innenraumgestaltung der Wohnungen auf die individuellen Wünsche der Eigentümer auszurichten. So sind beispielsweise nichttragende Wände im Inneren, die im äußeren Erscheinungsbild nicht wirksam werden, veränderbar.
Die Fassadengestaltung ist einheitlich zurückhaltend gehalten, um eine visuelle Eingliederung in den umgebenden Wald zu erleichtern. Die grauschwarzen Eternitschindeln formen zusammen mit Sichtbetonelementen und weiß verputzten Wänden das Fassadenbild. Ein Fassadenbild, das kaum auf Verständnis vielmehr auf vorurteilsvolle Kritik stoß. „Schwarz ist traurig.“ Den Anwohnern schien dies kein Dorn im Auge zu sein, ganz im Gegenteil. So schreiben Kammerer und Belz in Ihrem Werkbericht: „[...] sicher kann man darüber reden ob Farben nicht auch Bedeutungsträger sind vor dem Hintergrund von Tradition, Erfahrung und Assoziation. Von Farbpsychologie haben wir allerdings nie viel gehalten.“ Neben der Kritik gab es jedoch auch löbliche Anerkennungen für die Gesamtkomposition. Eine von diesen war der die Prämierung mit dem Paul Bonatz Preis der Stadt Stuttgart im Jahre 1967.
 

NP

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