Bank für Gemeinwirtschaft

Architekt

Gutbier, Kammerer, Belz

Baujahr

1958 - 1961

Bauherr

Bank für Gemeinwirtschaft

Bauweise

Stahlbeton-Skelettbau mit vorgeh. Metallfassade und Natursteinbändern

Außenansicht.jpg

Bank für Gemeinwirtschaft

Das Bank- und Verwaltungsgebäude im internationalen Stil wurde seit der Fertigstellung tiefgreifend verändert und befindet sich nicht mehr im Originalzustand.
 
Während nach der Fertigstellung 1961 das Konzept der Öffnung in Richtung Hospitalstraße klar erkennbar war, verschwimmt nach dem Umbau die eindeutige Gliederung. Der Rücksprung der unteren zwei Geschosse wurde mit vier massiven, metallverkleideten Rundstützen markiert. Ursprünglich übertrug ein schweres Metall-Lamellengitter die innere Geschossteilung in die äußere vorgehängte Fassadenebene. Die Abgrenzung in Richtung Gymnasiumstraße war eindeutig durch das Herunterlaufen der Fassade der Obergeschosse.
 
Nach dem Umbau verspringt nun die Glasfassade der unteren beiden Geschosse, der Eingang wurde an die Gebäudeecke verlegt und die Stütze endet auf Grund der äußeren Zwänge etwas unvorteilhaft in den Stufen. Anstelle des Lamellengitters befinden sich nun schräg angebrachte, feuerverzinkte Gitterroste. Die darüber liegenden drei Geschosse sind bis auf nachgerüsteten Sonnenschutzraffstore unverändert geblieben. Horizontale Bänder aus dunkelgrauem Granit ziehen sich komplett um das Gebäude. Darüber wiederholen sich Sandwichpaneele mit vorgeblendeten olivgrünen Glasplatten im Verhältnis zwei zu eins. Ein an die Ecke angrenzendes Fassadenfeld an der Gymnasiumstraße wurde entfernt und auch zurückversetzt. Eine granitverkleidete Stütze wurde eingefügt und durchbricht das Fassadenkonzept, worin dieses Material nur horizontal auftaucht. Ein viertes Obergeschoss liegt zurückversetzt und ist aus der Fußgängerperspektive kaum erkennbar.
 
Das Gebäude ist ein Kind seiner Zeit und wie viele der Kammerer Gebäude leider anonym untergegangen im Stuttgarter Stadtbild. Im grauen Schatten des gegenüberliegenden Hospitalhofs von LRO (Lederer Ragnarsdóttir Oei) erfreut es sich sicherlich auch an etwas ungewohnter Anerkennung im Rahmen dieser Ausstellung.

 

LR

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