Fachhochschule in Biberach

Architekt

Kammerer + Belz, Kucher und Partner

Baujahr

1984 - 1988

Bauherr

Land Baden-Württemberg

Bauweise

Backstein-Mauerwerk; Stahlkonstruktion

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Berufsschule in Biberach

Die Entstehungsgeschichte für den Anbau der Fachhochschule für Technik Biberach beginnt 1964, als Kammerer + Belz, Kucherer und Partner den Wettbewerb zu einem Schulneubau in einem kleinen Waldstück nahe der Stadt gewinnen. Es folgen Jahre der finanziellen Schwierigkeiten seitens der Hochschule und den damit verbundenen Überarbeitungen des ursprünglichen Entwurfs seitens des Büros. 1984 wird letztlich, aufgrund des dringenden Raumbedarfs der wachsenden Fachhochschule, eine urbane Lösung gefunden, die beide Bedürfnisse verbindet. Diese deutlich bescheidenere Ausführung fügt sich in die städtische Körnung Biberachs als ein Anbau der ehemaligen Staatlichen Ingenieursschule ein und integriert das studentische Leben in das bestehende geschäftliche und kulturelle Leben der Stadt.
 
Im Laufe der Überarbeitungsplanungen des ersten Entwurfs hat sich die Entwurfsidee der Wege im Inneren des Gebäudes weiterentwickelt und so wurde bei der Fachhochschule die offene Fußgängerverbindung der Karlsstraße von Anfang an als eine urbane Verbindung mitgedacht. Diese Auseinandersetzung rührt auch aus der Entwicklung anderer Projekte wie der Calwer Passage (1978) und dem Bildungszentrum in Glashütten (1975).
 
Das neue Raumprogramm gliedert sich in drei schlichte Volumen. Der markante Rundbau des Auditoriums und der Bibliothek, der auch den Übergang in das Bestandsgebäude ermöglicht, fungiert dem Gebäudeensemble als Kopfbau mit hohem Wiedererkennungswert. An die Rotunde anschließend, stehen sich zwei Riegel gegenüber, die durch gläserne Stege miteinander verbunden werden. Sie flankieren die interne Straße der Fußgängerverbindung, die mit der Baumgestaltung zum Aufenthaltsort wird - ein Motiv, das an die Calwer Passage erinnert. Der flacherer der beiden Gebäudeschlitten beinhaltet das Foyer mit Cafeteria sowie den Zugang zur Bibliotheksrotunde. Im Obergeschoss wie auch in den beiden unteren Geschossen des Nebenbaus befinden sich verschiedene Labor- und Werkräume, während sich in den gläsernen Obergeschossen die studentischen Arbeitsräume bzw. der Zeichensaal befindet.
 
Die Materialien, die für die Schule der Architekturstudierenden eingesetzt werden, sind schlicht aber präzise gewählt. Bei den massiven Sockelgeschossen kommt hellgelber Ziegel zum Einsatz, während die Verbindungsstege und das Giebeldachgeschoss in einer leichten Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführt sind. Hier ist großer Wert auf die Detailausführung gelegt worden, die u.a. die abgehängten Galeriesysteme sichtbar werden lassen.

LS

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