Geschäftshaus am Stiftsfruchtkasten - Commerzbank

Architekt

Kammerer + Belz

Baujahr

1970 - 1972

Bauherr

Commerzbank AG

Bauweise

Stahlbeton-Skelettbau mit vorgehängter Aluminiumfassade

Titelbild

Geschäftshaus am Stiftsfruchtkasten - Commerzbank

Das Bürogebäude der Commerzbank AG positioniert sich zwischen der gotischen Stiftskirche und dem ehemaligen Fruchtkasten in der Stuttgarter Stadtmitte. Der Ort wurde früher als Parkplatz genutzt und der städtische Raum erinnerte eher an eine Hinterhof-Situation als an einen Platz. Durch den Neubau der Architekten Hans Kammerer und Walter Belz im Jahr 1972 erhielt der Ort selbst, wie auch die umgebende Bebauung, eine Reaktivierung sowie ein angemessenes Pendant für die vorhandene Stadtstruktur. Mit der städtebaulichen Setzung, welche die Architekten vorschlugen, entstand aus der vormaligen Gasse ein Platz. Die baulich relativ enge Situation wurde durch die terrassierte Kubatur des Gebäudes überspielt.
 
Funktional beherbergt das Gebäude zum einen eine Erweiterung der Commerzbank AG, welche durch eine unterirdische Verbindung mit dem Haupthaus an der Königsstraße verbunden ist. Zum anderen ein Casino, ein Schuhgeschäft im Erdgeschoss und eine Tiefgarage im Untergeschoss. Hinzu kam noch ein Speisesaal mit Küche und eine EDV-Anlage.
 
„Natürlich war die Architektur des kleinen Verwaltungsgebäudes in der historischen Umgebung das heikelste Problem. Ein langer Weg interner Argumentationen führte dann zur Entscheidung für eine deutliche Konfrontation von Alt und Neu.“ Die formale Gestaltung verzichtet bewusst auf die Übernahme von Architekturelementen aus der Umgebung. Den Natursteinfassaden der gotischen Kirche und den Fassaden der benachbarten Gebäude wurde eine Aluminium-Glas-Fassade gegenübergestellt. Um baulich mit dieser komplexen Situation konsequent umzugehen, haben die Architekten bewusst auf das Mittel neuer und moderner Materialien bei der Fassaden- und Innenraumgestaltung gesetzt. Eine schwarze, nahezu glatte Oberfläche industrieller Anmut umhüllt den Körper als ein Ganzes. Die Fassade staffelt sich bewusst vor und zurück und formuliert Fensterbänder, welche die historische Umgebung reflektieren. In der so klar und zurückhaltend wirkenden Aluminium Fassade mit horizontalen Fensterbändern, vorgehängt vor ein Stahlbetonskelett-Tragwerk, sticht der verglaste Treppenturm als einziges vertikales Element deutlich auf dem Platz hervor.

 

JB

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