Verwaltungsgebäude der EBG in Kornwestheim

Architekt

Kammerer + Belz, Kucher

Baujahr

1981 - 1984

Bauherr

Bertelsmann AG

Bauweise

Sichtmauerwerk; Stahlkonstruktionen

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Hauptverwaltung der EBG

Im Jahr 1981 gelang es dem Büro Kammerer Belz, mit ihrem noch jungen Partner Klaus Kucher einen beschränkten Wettbewerb der Bertelsmann AG für ein neues Verwaltungsgebäude der Europäischen Bildungsgemeinschaft zu gewinnen. Ziel der Bauaufgabe war es, die über Stuttgart verstreuten Zweigstellen der EBG unter einem Dach im verkehrsgünstig liegenden Kornwestheim zusammenzufassen.
Das leicht abschüssige Baugrundstück und die Umgebung zwischen der Stuttgarter Straße, einer neu etablierten Kulturmeile und der parallel laufenden Eisenbahnlinie sind geprägt von einer Mischung aus alten Fabriken und dem dominierenden Material Backstein.
Das Bauvolumen ist in zwei Körper gegliedert, welche über ein Gelenk miteinander verbunden sind. Beim Kopfbau handelt es sich um einen gleichschenkligen Winkel, welcher im Erdgeschoss die Kantine und eine daran anschließende Freiraumgestaltung fasst. Diesem gegenüber steht ein nach Norden hin abgestaffelter Längsbau, wodurch auch besonders tiefe Räume aufgenommen werden können und eine städtebauliche Antwort auf die parallel verlaufende Bebauung bietet.
Das Erscheinungsbild des Gebäudes ist bestimmt durch große Wandflächen aus Sichtmauerwerk mit eingeschnittenen, weiß gefassten Öffnungselementen, sowie den ganz in Glas und Stahl gefassten Verkehrselementen und vertikalen Erschließungskörpern. Die Backsteinfassade ist durch über zwei bis drei Geschosse verlaufende konstruktive Pfeiler strukturiert, welche in einer darüber liegenden flächigen Fassade enden. Die eingeschobenen leichten Stahlkonstruktionen heben die Schwere des Baukörpers auf und fügen die Elemente in gewisser Weise zusammen.
Der vom Gebäudewinkel gefasste Gartenhof hat seinen Auftakt in einer diagonal eingeschobenen Glasfassade und einer zentralen Rotunde, welche wiederum die Erschließung vom Eingangs- zum Restaurantgeschoss darstellt. Dieser Pavillon bildet den Mittelpunkt des Gartens, von welchem sich Mauern in konzentrischen Kreisen ausbilden, um den Geländeversprung aufzufangen, sowie Raum für ein künstliches Wasserspiel zu schaffen. Zur Eröffnung des Gebäudes sprach Kammerer von der Idee, „in einem nicht gerade sehr anregenden Gebiet eine kleine, grüne Insel für die Mitarbeiter zu schaffen.“ (Kammerer, “Zur Eröffnung des neuen Verwaltungsgebäudes der EBG”, 07.09.84)
 

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