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Ferienhaus / La Croix Valmer, 1965

Hans Kammerers Ferienhaus in Südfrankreich, in dem er seiner Zeit Rotwein trank und skurrile Tonskulpturen fertigte, liegt eingebettet in Feldern und einem Pinienwald, mediterran und idyllisch in einem seichten Hang. Der längliche Baukörper erstreckt sich wie selbstverständlich parallel zur Topografie in der horizontal geschichteten Landschaft.

 

In Planung und Bauweise ließ er sich von örtlichen Traditionen und Materialien inspirieren. Hölzerne Fensterläden, Dachdeckung mit Ursprung aus dem romanischen Klosterbau, ein flaches Satteldach -  alles Motive, die er in seinen städtischen Büroprojekten nicht verwendet.

 

Die Besinnung auf den Ort und das Aufgreifen des Genius Loci ist allerdings eines seiner Talente. Jeder Ort braucht einen neuen Ansatz für eine Behausung. Seine sympathische Bodenständigkeit, keine extrovertierte, eigensinnige, den Ort übertrumpfende Villa an diesen Ort zu stellen, lässt auf seinen Charakter schließen.

 

Vieles an dem Haus zeigt den sensiblen Umgang mit der umliegenden Natur, ihrer Farbigkeit und Harmonie. Die mit roten Ziegeln belegte Terrasse springt im südlichen Teil zurück, um einem Baum Platz zu machen. Der Außenbereich verschwimmt mit dem Haus und wird im Essbereich einmal durch das Haus hindurch gezogen. Eine unkonventionelle Außendusche rundet das Bild ab.

 

Die alten Dias der geschmackvoll eingerichteten Innenräume und einer Soiree auf der Terrasse zeigen ein Bild von Hans Kammerer, welches viele seiner Zeitzeugen bestätigen können. Er war der Genießer durch und durch.

LR