Gemeindezentrum in Frankenthal

Architekt

Kammerer + Belz, Kucher

Baujahr

1963 - 1965

Bauherr

evangelische und katholische Kirchengemeinde Frankenthal

Bauweise

Sichtbeton, Stahldachkonstruktion mit Kupferblecheindeckung

Außenaufnahme, katholische Kirche(2)_edited.jpg

Gemeindezentrum in Frankenthal

Die Gemeindezentren der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Frankenthals sind Auftakt einer Wohnsiedlung, die wie die beiden Bauten selbst  Anfang der 1960er Jahre entstand. An der Planung waren Kammerer, Belz und Gutbier beteiligt, der noch bis 1964, bevor Belz Partner wurde, mit Kammerer das Architekturbüro leitete.
 
Die aus einer Stahlkonstruktion bestehenden polygonalen Dachflächen beider Kirchenräume sind mit Kupferblech eingedeckt und schließen zu den Sichtbetonwänden des Gebäudekomplexes mit breitem Dachrand ab. 
Das Motiv des über einem Sichtbetonsockel aufgefalteten Daches, das durch Lichtbänder und anderer Inszenierungen darüber zu schweben scheint, findet sich ähnlich anderer Kirch- und Gemeindebauten des Büros auch hier. Dabei ist anzumerken, dass die Sichtbetonwände, das eigentlich ruhende Gegenstück zur Dachlandschaft, in diesem Projekt selbst markante Auffaltungen, polygonale Auswüchse und Unruhe durch die verschiedenen Ausrichtungen der Schalungsfugen aufweist. 
Im Gegensatz zum Wandsockel des katholischen Kirchenraums, der in der beschriebenen Sichtbetonweise ausgeführt ist, bestechen die Wände der evangelischen Sakralräume durch die Geradlinigkeit des verwendeten weiß gestrichenen Ziegels im Kreuzverband. Diese Unterscheidung in polygonal freie und geometrisch reduzierte Formen- und Materialsprache der beiden Kirchenräume lässt sich auch an den Grundrissen klar erkennen. Der geometrisch reduzierte Grundriss des evangelischen Kirchenraums spielt mit Ein- und Ausblicken in und aus den Innenhöfen, die ihn umgeben.
Die Nebenräume der Gemeindezentren liegen in eigenständigen Bauvolumen gruppiert um die Kirchenräume. So sind die Pfarrhäuser der katholischen und evangelischen Kirche jeweils über die Sakristei als separates Volumen mit dem Kirchenraum verbunden. Im Gegensatz zu den markanten Zeltdächern der Kirchenräume schließen sie mit Flachdächern ab. 
 
Die Innenräume sind geprägt von den mit Holz verkleideten Dachflächen, der Materialität der Wände (Sichtbeton oder Kalksandstein-Mauerwerk) und dem Ziegelstein-Bodenbelag. Die Lichtinszenierung durch die umlaufenden Fensterbänder ist typisch für die Kirchenbauten des Büros aus dieser Zeit und bewirkt helle und doch geschützt wirkende Räume für die Gemeinde.
 

LM

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