Verwaltungsgebäude im Herdweg - Gerling Haus

Architekt

Gutbier, Kammerer, Belz

Baujahr

1958 - 1961

Bauherr

Gerling Konzern

Bauweise

Stahlbeton-Skelettbau

Titelbild

Gerling Haus

Das Gerling-Haus am Herdweg ist eine der früheren Arbeiten Kammerers in Stuttgart. Es entstand Ende der 1950er Jahre in Zusammenarbeit mit Gutbier und Belz. Der Entwurf erfuhr einige Veränderungen nach der Wettbewerbsentscheidung. Zentral waren die Fragen der Repräsentation des Gerling Unternehmens und der Umgang mit dem komplizierten Eckgrundstück. Der ursprüngliche Entwurf passte sich mit mehreren Volumen an die umgebende Villenbebauung an.
Die gebaute Planung jedoch setzt auf einen klaren Baukörper. Leicht zurückgesetzt zu den Straßen und umgeben von kleinen Grünflächen kann das Gebäude sich auch so maßstäblich in die Umgebung einfügen. Auch das zurückgesetzte Erdgeschoss trägt hierzu bei, es gibt dem Haus eine gewisse Leichtigkeit und lässt auf Fußgängerebene Blicke über Eck zu. Die Freiflächen geben dem Bau eine Lockerheit und stellen ihn gleichzeitig auf einen Sockel, sodass das Gebäude als Solitär selbstbewusst auf dem Grundstück steht.
 
Die Gestaltung des Baus stellt sich klar in die Tradition des Internationalen Stils und zeigt damit den Anspruch auf eine internationale Repräsentation des Bauherren. Hochwertige Materialien prägen das Erscheinungsbild. In den Obergeschossen ist die Vorhangfassade aus Edelstahl durch Brüstungsfelder aus weißem Marmor ergänzt, wobei sich das Erdgeschoss hier bewusst absetzt und durch die größeren Fensterformate und den dunkleren Marmor optisch geradezu verschwindet.
Die Stahlbetonstützen sind weißlich gefärbt und legen im Erdgeschoss das Konstruktionsprinzip offen und formen gleichzeitig eine Art Umgang rund um das Gebäude. Im Inneren orientiert sich der Grundriss rund um das zentrale Treppenhaus. Die Büroflächen sind durch die Skelettbaukonstruktion flexibel an den Längsseiten angeordnet. Die frei im Raum stehende Treppe ist auch der fokale Punkt der Eingangssituation im Erdgeschoss, da man durch den Windfang direkt auf sie zuläuft.
 

DA

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