Verwaltungszentrum IBM in Stuttgart - Möhringen

Architekt

Kammerer + Belz, Kucher und Partner

Baujahr

1983 - 1984

Bauherr

Ulrich Ziegler

Bauweise

Skelettbau mit ausgeformten Stützen aus Backstein, Vorhangfassade aus Aluminium, Glas

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Verwaltungszentrum der IBM

Das Büro von Kammerer und Belz wurde 1983 beauftragt, eine Erweiterung des IBM Hauptverwaltungsbüros zu planen und diese an das bereits vorhandene Gebäude anzufügen. Das sogenannte „Headquarter“ der IBM war von Egon Eiermann als Pavillonanlage entworfen worden. Egon Eiermann war ein sehr bedeutender Architekt, Möbeldesigner und Hochschullehrer und somit war es für das Büro Kammerer + Belz umso wichtiger, gewissenhaft mit dem Erbe des bestehenden Bauwerkes umzugehen. Nach sehr langer Bedenkzeit und mehreren Absprachen mit Nachfahren Eiermanns, entschieden sich Kammerer und Belz für die Planung und Realisierung des Projekts. Für beide war es entscheidend, die Erweiterung an die Grundidee anzupassen, um somit das ursprüngliche Werk Eiermanns zu würdigen.
Die vorhandenen Pavillonbauten wurden zunächst sorgfältig untersucht. Es kamen bei der Planung einige Fragen zum Umgang mit dem vorhandenen Bauwerk auf: Wie geht man mit den Wünschen der IBM um und wie schafft man es, auch einige konzeptionelle Ideen mit einfließen zu lassen, ohne dabei dem Vorhandenen zu schaden. Da die Pavillonbauten von Eiermann bereits älter waren, kamen unter anderem auch einige schwierige Details auf, wo die vorhandenen Elemente nicht weiter benutzt werden konnten. Fragen bezüglich der Wärmedämmung, der Kältebrücken, des Sonnenschutzes und viele weitere Punkte zwangen zu Neuplanung. 
Das neu entstandene Hauptverwaltungsgebäude der IBM in Stuttgart-Vaihingen spiegelt die damaligen Vorstellungen eines zeitgenössischen Bürogrundrisses der Architekten Kammerer und Belz.  Sie veränderten einige Situationen innerhalb des Grundstücks, wie beispielsweise den Zugang. Dieser wurde nun durch den Innenhof gelenkt, der gleichzeitig als grüner Raum fungieren sollte. Der Treppe (s. Abb. 7) wurde ein neuer Stellenwert gegeben, denn sie war nicht mehr länger nur eine notwendige Feuertreppe, sondern eine Art Gestaltungselement des Gebäudes, das sich im Zentrum des Gebäudes befand und somit einen Kontrast zu dem von außen geschlossenen Baukörper bildete. Durch die Umgestaltung der Nutzungsrolle der Treppe, erkennt man ein wiederholendes Motiv, das Kammerer und Belz immer wieder in ihren Projekten einsetzten.
Der Grundriss der Hauptverwaltung ist gespiegelt und mit einem versetzten Innenhof ausgestattet. Man erkennt sowohl vertikale als auch horizontale Linienführungen: Vertikale Elemente, die durch Stützen und die Vorhangfassade aus Aluminium und Glas unterstützt werden. Und zum anderen die horizontalen Elemente, die durch die Fensterbänder, Zurücksetzung der Fenster und unterschiedliche Farbwirkungen hervortreten.   
 

ES

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