Terrassenhäuser in Waiblingen - Neustadt

Architekt

Kammerer + Belz

Baujahr

1965 - 1972

Bauherr

Wittich Siedlungsgenossenschaft, Wohnbau Pleiderer

Bauweise

Reihenhäuser, Terrassenhäuser, Geschosswohnungsbau aus Mauerwerk gefertigt

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Terrassenhäuser in Waiblingen

Die Reihen- und Terrassenhäuser in Waiblingen-Neustadt sind über einen Zeitraum von sieben Jahren entstanden. 1970 entwickelte das Kammerer + Belz und Partner Büro zweiundzwanzig eingeschossige Reihenhäuser auf einer grünen Wiese. Der erste Bauabschnitt von den Reihenhäusern ähnelt dabei einem konventionellen Siedlungsbau. Diese wurden als längliche, freistehende Satteldachhäuser, ausgestattet mit kleinen Gärten, erbaut. Von hier aus dehnte sich die Siedlung in die südliche Richtung aus. In der 2. Bauphase entstanden 1971 neun dreigeschossige Reihenhäuser und im Jahr darauf die Terrassenhäuser mit 34 Wohneinheiten, welche sich am südlichen Rand der Siedlung befinden. Beide Komplexe werden von der nördlichen Seite aus erschlossen, wobei die Terrassenbauten über Stufen den Steilhang hinab erschlossen werden können. Die Staffeln zwischen den Wohnreihen segmentieren die Strukturen und ermöglichen einen individuellen Eingang für jede Einheit, welche jeweils mit einer großzügigen Terrasse in Richtung Süden ausgestattet ist. Auch hier spielen Natur und Grün eine wichtige Rolle. Durch integrierte Pflanztröge ist der Komplex nahezu vollständig eingewachsen. Diese erschweren Blickbezüge zwischen den Wohnungen und bieten trotz der starken Verdichtung ein angenehmes Maß an Privatsphäre.
Das geplante Konzept mit einer winkelförmigen Anordnung der einzelnen Volumen wird durch eine durchdachte Materialauswahl unterstützt: Stahlbeton für Sockelbereiche, weiß gestrichene Mauersteine und dunkle Ethernitschindeln zeichnen die Fassaden. Zwei Jahre später wurde die Siedlung um weitere 50 Wohneinheiten im klassischen Geschosswohnungsbau am Westrand ergänzt. Somit entstanden in Waiblingen-Neustadt insgesamt 115 Wohneinheiten aus der Hand von Kammerer und Belz.

Wie bereits bei einigen anderen Wohnbauprojekten des Kammerer + Belz und Partner Büros galt es platzraubende und einförmige Bebauung zu vermeiden und der Zersiedelung der Vorstädte entgegenzuwirken. Mittlerweile gilt die Siedlung „Im Schneider“ als ein gelungenes Beispiel für hohen Wohnwert bei hoher Verdichtung. Die funktional und großzügig gestalteten Grundrisse, sowie die Eingliederung in eine Topografie, welche zunächst als unbebaubar bezeichnet wurde, zeigen auf, mit welchem Feingefühl die Architekten an diesem Ort geplant und gebaut haben.
 

FH

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