Lehenschule Stuttgart

Architekt

Kammerer + Belz

Baujahr

1962 - 1965

Bauherr

Stadt Stuttgart

Bauweise

Stahlbeton-Skelettbau; Mauerwerk

Lehenschule1_edited.jpg

Lehenschule, Stuttgart

Die Lehenschule, eine Sprachheil- und Schwerhörigen Schule, wurde in den Jahren 1962 bis 1965 von dem Stuttgarter Architekturbüro Kammerer + Belz und Partner im Stuttgarter Lehenquartier erbaut. Typisch für die hier vorherrschende Topografie positionieren sich die beiden Baukörper in den Hang des Stuttgarter Kessels. Das Grundstück selbst ist zu allen vier Seiten von Straßen umgeben. Dadurch wurde der Bau auf die Mitte des Geländes konzentriert, um die Abstände zu den flankierenden Straßenseiten zu vergrößern. Mit besonderem Fokus ging das Architekturbüro auf die spezifischen Anforderungen der Schülerschaft ein, indem es eine äquivalente Architektur des Schutzes und zugleich der Öffentlichkeit entwarf.
 
„Die Atriumschule, ein in den 1960er Jahren häufig anzutreffender Bautyp, kommt hier in Stuttgart erstmals zur Anwendung.“ Der einprägsame Baukörper besteht aus zwei ineinander verschobene Kuben, welche durch den Verschnitt zwei Atrien ausbilden. Dies versinnbildlicht die Idee des Schutzraumes für die zukünftige Schülerschaft.
Die beiden multifunktionalen Höfe gestalten einmal einen gefassten Hof, einen Empfangsraum und gleichzeitig einen definierten Aufenthaltsort für die Kinder. Dieser gemeinschaftlich genutzte Bereich verbindet die beiden Schulen miteinander. Um die Innenhöfe gliedern sich die Klassenräume, welche nach außen hin einen umlaufenden Balkon haben. Durch die vorhandene Topografie wird so immer wieder das umgebende Terrain erschlossen.

Die raumhohe Verglasung zum Innenhof betont den Bautypus der Atriumschule. Im Innenausbau wurden hochwertige natürliche Materialien wie Holzfenster, Holzhandläufe oder ein geschliffener Betonboden verwendet.
Das Tagwerk der Schule wird zum einen über das tragende Mauerwerk, zum anderen durch ein Stahlbetonskelett formuliert. Eine Stahlbeton-Rippendecke überspannt das Tragwerk und prägt den gerasterten Ausdruck des Gebäudes. Durch die Vielzahl an horizontalen Elementen wie Fensterbänder, Brüstungen, oder auch Ziegeln wird der formale Eindruck einer horizontalen Gliederung des Hauses betont.
 
Die Lehenschule in Stuttgart von Kammerer + Belz und Partner ist ein einprägsames Beispiel zum einen für den Schulbau selbst, als Bauaufgabe der 1960er Jahre, zum anderen für die in Stuttgart typische Problematik des Bauens am Hang. Durch den Versatz der Baukörper gelingt es den Architekten diese Problematik zur Thematik der Bauaufgabe empor zu heben.
 

JB

Verwandte Projekte