Ministerien in der Neckarstraße - Kernerplatz

Architekt

Kammerer + Belz, Kucher und Partner

Baujahr

1986 - 1988

Bauherr

Stadt Stuttgart, Aachener Versicherungsgruppe

Bauweise

Backstein - Sichtmauerwerk

Blick Neckarstraße.jpg

Ministerien in der Neckarstraße - Kernerplatz

Die Neckarstraße in Stuttgart ist eine „Kulturmeile“ mit Einrichtungen wie der Staatsgalerie, der Landesbibliothek, dem Wilhelmspalais und dem Staatstheater. Daher ist das Grundstück der ideale Platz für zwei Ministerien und ein Hotel. 1961 wurde auf dem Grundstück die Wulle Brauerei errichtet. Das Gelände wurde dafür ausgehoben und der Höhenunterschied zwischen dem Kernerplatz und der Neckarstraße mit einer 20m hohen Stützwand ausgeglichen. 1978 fand ein beschränkter Wettbewerb mit internationalen Beteiligen statt, bei dem sich die KBK Architekten mit ihrem Entwurf durchsetzen konnten.
 
Besonders auffällig bei dem Entwurf ist die städtebauliche Konzeption. Die beiden Blockränder werden symmetrisch geschlossen, wodurch der Kernerplatz eine räumliche Fassung erhält. An diesem Platz treffen sechs Straßen sternförmig aufeinander. Um das Verwaltungsgebäude in die Umgebung zu integrieren, wird die benachbarte Körnung durch Abstufungen von Gebäudeteilen und Fassadenrücksprüngen aufgegriffen. Daher ist die geäußerte Kritik einer „Herrschaftsarchitektur“ für die Architekten unbegründet. Als Wegeverbindung zwischen dem Kernerplatz und dem mittleren Schlossgarten, nahe des Planetariums, dient die senkrecht zum Hang verlaufende die Wullestaffel und der Wullesteg. Läuft man mittig auf den Riegel des Hotels zu, spiegelt sich in der Fassade der Himmel wieder, dadurch bekommt man das Gefühl einer offenen und zugleich beidseitig begrenzten Durchwegung. Auf der anderen Seite des Stegs hingegen ist die Fassade geschlossen und massiv. In dem Stadtteil sind Backsteinfassaden häufig zu finden, diese bildet zur Neckarstraße eine klare Kante. Durch eine Kolonnade im Erdgeschoss wird der Vorbereich Teil des öffentlichen Raums. Die Fassade darüber besteht aus einer Abfolge von runden Erkern. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass mit einer Vielzahl an Motiven in der Fassade gearbeitet wurde. Dabei kommen unterschiedliche Formate und Abrundungen, zwei verschiedene Ockerfarben und unterschiedliche Ausrichtungen zum Einsatz. Um die Fassade aufzulockern, werden spielerisch immer wieder runde und eckige Fassadenteile sowie Stützen miteinander kombiniert.
 
Mitten in Werk- und Detailplanung beschließen der Landtag und das Kabinett die Bauten zu verkaufen. 1984 beauftragte dann der neue Investor, eine aachener Versicherungsgruppe, einen Generalübernehmer. Daraufhin entschied sich das Land, wieder Teile anzumieten.

 

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