Schulungszentrum der Comerzbank, Glashütten

Architekt

Kammerer + Belz und Partner

Baujahr

1974 - 1975

Bauherr

Commerzbank AG

Bauweise

Stahlbeton-Skelettbau

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Schulungszentrum der Commerzbank, Glashütten

Es fallen zunächst die beiden großen grünen Pultdächer am Waldrand auf. Sie sind mit Kupferblechen bekleidet und fallen in der gleichen Richtung wie der Hang nach unten ab. Unter den grünen Kupferdächern liegt ein langer polygonaler Baukörper. Er schafft einen harmonischen Zusammenhang mit seiner landschaftlichen Umgebung. Als Dachmaterial wurde Kupfer nicht zufällig, sondern nach reiflicher Überlegung und mehreren Experimenten ausgewählt. Kupfer ist ein schönes, natürliches Material, das im Laufe der Zeit altert - vom ursprünglichen bräunlichen Rot zu Kupfergrün. Es eignet sich für diese landschaftlich dominante Lage. Im Pultdach integriert sind die Terrassen der Schlafräume des Schulungszentrums, die die großen Dachflächen gliedern. 
 
Funktional ist das Gebäude klar in drei Teile gegliedert. Über dieses Konzept steht im Werkbericht: “Hangaufwärts liegen die Schulungsräume in linearer Anordnung. Hangabwärts mit weiterer Aussicht über das Land befinden sich die Schlafzimmer, der Speisesaal und das Schwimmbad. Dazwischen öffnet sich eine langgestreckte, wegartige Halle über zwei bis drei Geschosse mit einem Glasdach.” (Kammerer + Belz, 1985)
Die Halle wird von den Architekten als “Erschließungsstraße” charakterisiert, bis hin zur Beleuchtung, die an Straßenlaternen erinnert, wird die Assoziation der Straße bzw. der Stadträume im Konzept getragen. Wohnliche Atmosphäre vermitteln dabei der weiße Putz und der verwendete rote Teppich.
 
Das Schulungszentrum in Glashütten reflektiert einen Trend der 1970er Jahre – das private Schulungszentrum war eine bautypologische Innovation. “Immer mehr große Firmen, Verwaltung, vor allem Banken und Sparkassenverbände, auch die Gewerkschaften richten eigene Schulungszentren ein. Der Grund dafür ist einfach: Die Technisierung des Arbeitsplatzes schreitet fort und staatliche Schulen zur Fort- und Weiterbildung fehlen. So sind diese Organisationen gezwungen, sich selbst zu versorgen.” (Kammerer + Belz, 1985)
 

MT

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