Wohnhausgruppe in Stetten

Architekt

Kammerer + Belz

Baujahr

1961 - 1962

Bauherr

Dr. G.H. Weig, H. Kammerer, W. Belz

Bauweise

vier zweigeschossige Reihenhäuser aus Mauerwerk mit Flachdach

Außenansicht, Straße.jpg

Wohnhausgruppe in Stetten

Die Wohnhausgruppe in Stetten wurde in den Jahren von 1961 bis 1962 von dem Kammerer + Belz und Partner Büro erbaut und ist bis heute ein gelungenes Beispiel für Privatheit einer Reihenhaussiedlung. Durch die Staffelung der vier nach Süden gerichteten Baukörper sowohl im Grundriss als auch in der Höhe entsteht eine wohldurchdachte Verschneidung. Der Umgang mit der Topografie schafft einen hervorragenden Ausgleich zwischen Privatheit und großzügiger Öffnung in die Natur.
Das Grundstück am westlichen Rand der Stadt Stetten war von der Gemeinde ursprünglich für ein repräsentatives Einfamilienhaus vorgesehen. Die Architekten Kammerer und Belz schlugen im Rahmen der Planung vor, ein stark verdichtetes Ensemble zu entwerfen und konnten die Bauherren von den Vorteilen überzeugen. Anschließlich stiegen die Architekten selbst als Bauherren in das Projekt mit ein.

Der Eingang zu den 170 Quadratmeter großen Häusern liegt an der Nordseite, wo jede Einheit eine tief liegende Zufahrt mit Garage besitzt. Um die 23 Meter umfassende Tiefe des Gebäudevolumens zu unterbrechen, wurde für jede Wohneinheit ein Atrium eingeplant, das die innen liegenden Räumlichkeiten wie Esszimmer, Küche und Kinderzimmer ausgiebig belichtet und als „Wohngarten“ bezeichnet wird. Während der Wohnraum und das Elternschlafzimmer öffnen mit ihrer weiten Verglasung den Baukörper in Richtung Süden.

Die Materialität ist wie folgt horizontal geschichtet. Der Sockel, sowie die bepflanzten Tröge, sind in Ortbeton hergestellt worden. Die Wände des oberen Geschosses wurden aus Kalksandstein hochgemauert und anschließend weiß gestrichen. Die aus Holzbalken gefertigte und aufgelegte Flachdachkonstruktion wurde in dunkel gestrichenem Holz eingekleidet. Der Innenausbau ist durch Sichtbetonkamin, Holzdecken und Einbaumöbeln zu einem stimmigen Gesamtkonzept zusammengefasst.
Die Wohhausgruppe beweist anschaulich, wie diszipliniert sich niedrige, der Typografie angepasste Flachdachbauten in ein bewegtes Gelände einfügen können. Heute steht das Projekt für vorbildliche Verdichtung im ländlichen Raum und wurde im Jahr 2011vom Landesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt.
 

FH

Verwandte Projekte